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Kartelle oder gar mafiöse Zustande in der Lakritzwirtschaft?

logo_wirtschaftIch konnte meinem Auge kaum glauben, als ich in den letzten Tagen zahlreiche Nachrichten zur Kenntnis nehmen konnte, in denen von Preisabsprachen und Kartellbildung bei verschiedenen Produktgruppen, u.a. Lakritz, berichtet wurde.

Namhafte Hersteller sollen seit den Jahren 2004/2005 mit großen Handelsketten die Preise abegesprochen haben; darunter auch die Haribo-Tochterfirma Edmund Münster. Ein Verfahren, das für beide Seiten von Nutzen gewesen sein soll. Die Hersteller konnten Preiserhöhungen durchsetzen und die Handelsketten ihre Margen sichern, so liest man.

Wer „mitspielte und artig war“ (und das wurde wohl kontrolliert) soll mit Boni in Form von „Werbekostenzuschüssen“ belohnt worden sein. Unter dem Aktenzeichen B10-040/14 zeichnen die Ermittler des Kartellamtes nach, wie die „Preispflege“, so die Berliner Morgenpost, bei Lakritz vollzogen sein soll.

Der interessierten Leserin und dem kundigen Leser ist sicher aufgefallen, dass es sich um eine selten Form der Kartelle gehandelt haben soll. Bilden sonst eher die Hersteller untereinander Kartelle, soll es sich hier um sog. vertikale Kartelle gehandelt haben, also zwischen Herstellern und Händlern.

Inzwischen hat das Bundeskartellamt Bußgelder in Millionenhöhe verhängt, wie es auch in seiner Meldung vom 18.06.2015 berichtet. Die Lebensmittelzeitung stellte auch gleich den „Fallbericht“ des Bundeskartellamtes online.

Die Frankfurter Neue Presse schreibt gar „Das Bundeskartellamt hat massive illegale Preisabsprachen zwischen Herstellern und Handelsketten aufgedeckt„. Dabei hat man wohl den vollen Strafrahmen nicht ausgenutzt. Dem Vernehmen nach sollen sich alle Beteiligten bemüht haben, die Vorwürfe zu klären.

Aldi Süd und Nord sollen von HARIBO massiv gedrängt worden sein, die Preise zu erhöhen, wie man dem Bericht in der WELT kompakt entnehmen konnte.
Ausführlich berichtet auch die WELT darüber.

HARIBO wird dazu vom Handelblatt so zitiert: „Haribo erklärte nach dem Auffliegen der Kartelle etwas treuherzig, man sei sich der Rechtswidrigkeit dieser vertikalen Absprachen nicht bewusst gewesen.

Da schüttele ich als Verbraucher echt nur noch den Kopf und Volker Meyer zu Tittingdorf von der Saarbrücker Zeitung bringt es in seinem Kommentar sehr schön auf den Punkt.

 

 

Autor: Christian K.

Lakritzfan, Lakritzblogger, Lakritzverschenker, Lakritzsomelier und Herrscher des Lakritzplanten. Auch zu finden bei Twitter, Facebook und Google+.

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