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Für Schwangere gilt: Mit Bedacht genießen

wissen_logoEin Dauerthema in diversen Foren ist die Wirkung von Lakritz auf Schwangere. Da wird, in meinem Auge, viel Hysterie verbreitet. Nun hat sich die Gelegenheit ergeben, dass ich eine kurze und knappe Beschreibung dessen, was zu dem Thema zu sagen ist, gefunden habe.

Der Beitrag befasst sich erfreulich unemotional und informativ mit dem Thema.

Wenn es einer Schwangeren seelisch nicht gut geht, muss sich das nicht unbedingt auf das Kind übertragen. Wie die britische Zeitung „Daily Telegraph“ berichtet, haben Forscher aus Schottland und Israel in der Plazenta eine Art Schutzfilter entdeckt. Es ist ein Eiweiß, das verhindert, dass sich die Stresshormone auf den Fötus übertragen. Die Ärzte fanden dieses Eiweiß in großen Mengen in der Plazenta und auch im Gehirn von Babys. Aber: Bei einigen Müttern funktioniere dieser Schutz nicht richtig. Deren Kinder hätten ein höheres Risiko später sehr ängstlich zu sein oder unter Depressionen zu leiden. Bei Experimenten mit Ratten fanden die Wissenschaftler heraus, dass dieser Schutzfilter durch eine Süßigkeit deaktiviert werden kann – nämlich Lakritz. Studien mit Schwangeren in Finnland, wo viel Lakritz gegessen wird, legen nah, dass der gleiche Effekt auch bei Menschen eintritt – zumindest, wenn die Frau extrem viel Lakritz isst, also etwa eine Packung pro Tag.

Veröffentlicht von DRadio Wissen unter CC-Lizenz

Autor: Christian K.

Lakritzfan, Lakritzblogger, Lakritzverschenker, Lakritzsomelier und Herrscher des Lakritzplanten. Auch zu finden bei Twitter, Facebook und Google+.

4 Kommentare

  1. Klaus-D. Kreische

    27/07/2013 @ 22:10

    Ist ja hart! Das würde ja auch erklären, warum die Selbstmordrate in Finnland so hoch ist. Zumindest wieder was gelernt.

    Gruss Klaus

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  2. Klaus-D. Kreische

    27/07/2013 @ 22:22

    Nachtrag: kurze Zweifel – ich würde mir die Studie gerne nochmal genauer ansehen – denn welcher Wirkstoff im Süßholz sollte dies auslösen können? Und macht Lakritz nicht eigentlich glücklich?

    Gruss Klaus

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  3. Klaus-D. Kreische

    28/07/2013 @ 22:47

    Nochmal Nachtrag: Nach der Lektüre des Original-Artikels im Daily Telegraph kommen noch mehr Zweifel auf. Die Quelle DRadioWissen hat diesen Artikel verkürzt übersetzt und sich dabei meines Erachtens zu sehr auf Lakritze als Ursache für ein fehlendes Eiweiß als Stressschutz versteift. In der Studie wird dies dann auf schwangere Frauen aus Finnland (wegen ihres hohen Lakritz-Konsums) übertragen, weshalb dann auch deren Kinder häufiger für Angstneurosen und Depressionen anfällig seien. Lakritze, so wird suggeriert, baue diesen Stressfilter in der Schwangerschaft ab. Als Beweis wird angeführt, dass Lakritz-Fanatikerinnen bei einer Dosis von einer Tüte am Tag früher entbinden würden.
    Dass ein zu hoher Lakritz-Konsum eine Frühgeburt einleiten kann war mir bekannt, allerdings wurde dies bislang mit dem Glycerrhizin-Gehalt im Süßholz, der auch für den Bluthochdruck verantwortlich ist, erklärt. Stress in der Schwangerschaft und Stress bei der Geburt kann sich auch auf die Kinder übertragen und zu posttraumatischen Erscheinungen führen – auch das dürfte bekannt sein.
    Aber in dieser Studie geht es nicht nur darum, die Stress-Begleiterscheinungen für das Kind vor und während der Geburt frühzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln, sondern sie auch auszuschalten, dabei den Stoffwechsel, den Eiweißhaushalt und die Gene so zu beeinflussen, dass eines nicht mehr vorkommt – unbequeme Begleiterscheinungen von traumatischen Erlebnissen zu tragen – wie eben — Kriegssituationen. In dem Artikel werden dann auch Kriegsopfer und Opfer des 09/11 erwähnt, die diesen Schutzfilter wohl nicht hatten und deshalb häufiger unter posttraumatischen Belastungsstörungen leiden würden. Um diese zu vermeiden, (suggeriert der Artikel) müsse mal wieder bei der Biologie angesetzt werden – die Frau als ‚Gebärmaschine‘ (sorry) müsse funktionieren, deshalb muss ihr Eiweißhaushalt fit bleiben und der Stressfilter intakt und deshalb müssen intakte Kinder geboren werden, die nicht so schnell unter Angstneurosen und Depressionen leiden, sobald es brenzlig wird – und ohne dabei die eigentlichen Ursachen, die stressauslösenden Faktoren (wie Krieg) beheben zu müssen
    … und deshalb (so suggeriert der ganze Artikel, indem die schwarze Süßigkeit als Ursache ausgemacht wurde) sollen Frauen auf Lakritze verzichten? Irgendwie verdreht (und ziemlich emotional).

    Gruss Klaus

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    • Lieber Klaus,
      vielen Dank für deine fundierte und dezidierte Auseinandersetzung mit der zitierten Studie.
      Ich freue mich, dass du dich, als führender Lakritzologe Deutschlands, so intensiv und klärend mit den Inhalten auseinander gesetzt hast.
      Ganz viele Grüße nach Berlin
      Christian

      Antworten

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