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Neues aus der Botanik: Die Lakritztomate (Solanum lycopersicum blaccuus)

Lakritztomate_2Eine Expedition, die eigentlich am Amazonas das Migrationsverhalten von Piranhas unter dem Einfluss der fortschreitenden Abholzung des Regenwaldes erforschen sollte, stieß mehr zufällig auf die Lakritztomate (Solanum lycopersicum blaccuus).
Dies ist der Tatsache zu verdanken gewesen, dass einer der Teilnehmer die Tomatenzucht in seiner Freizeit mit Leidenschaft betreibt, und das bis dahin unerkannte Nachtschattengewächs auf den ersten Blick zuordnen und somit für die Wissenschaft sichern konnte.

Es hatte sich bereits früher (erste Erwähnungen finden sich bereits um 1856) in Fachkreisen hartnäckig das Gerücht gehalten, dass es eine Tomate geben solle, die einen intensiven Geschmack von Lakritz hat. Dies wurde aber über lange Jahre als Mythos betrachtet. Ein Mythos, der jetzt bestätigt werden konnte.

Das gefundene Exemplar wurde, unter großem Aufwand an Geld und Manpower, mit enormer Geschwindigkeit aus Südamerika an die Fakultät für Botanik an der Universität Freiburg transportiert, wo sofort und intensiv die Erforschung dieser kulinarisch-botanischen Besonderheit angegangen wurde.

Das Aussehen:
Die Lakritztomate erinnert in der Form sehr an die uns allen bekannte Fleischtomate, jedoch tendiert die Farbe sehr nach schwarz.
Premier Exif JPEGDie Haptik:
Auch hier ist die Verwandtschaft zur Fleischtomate unverkennbar. Auch neigt sie, wie ihre rote Cousine, im Alter zum weicher werden, ist aber, wenn sie richtig frisch ist, biss- und schnittfest.

Der Geschmack:
Hier finden sich dann keinerlei Gemeinsamkeiten mehr mit der uns bekannten Fleischtomate. Die Lakritztomate hebt sich da deutlich ab.
Sie entfaltet einen intensiven Geschmack nach Lakritz, den sich manches Starklakritz wünschen würde.
Gepaart mit einem Anklang von Salmiak im Abgang, der seinesgeleichen sucht und nicht findet.
Eiine echte Lakritzexplosion, die man dem eher unscheinbaren Gewächs nicht zugetraut hätte.
Lakritztomate_3Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen wurde die eine Pflanze, die der Uni Freiburg zur Verfügung stand, von einem, wahrscheinlich aus dem Amazonas eingeschleppten, unbekannten Schädling befallen. Dieser besetzt die für die Fortpflanzung zuständigen Rezeptoren und so konnte die geplante Großtestreihe nicht durchgeführt werden.

Das ist auch einer der Gründe dafür, warum wir nicht damit rechnen können, diese besondere Leckerei in der näheren Zukunft auf unseren Tischen finden werden. Was ich persönlich sehr bedaure.

Ein weiterer Grund ist der, dass bei den durchgeführten Testreihen auch Verkostungen stattfanden, was naturgemäß zur Reduktion der bereitstehenden Früchte führte.

Der aktuelle Stand:
Da der Universität Freiburg nun keine Lakritztomate mehr zur Verfügung steht, sind derzeit Bestrebungen im Gange, eine Expedition an den Amazonas zu entsenden um wenigstens ein weiteres Exemplar dieser seltenen Gattung zu finden. Leider ist die Universität Freiburg in ihren Mitteln sehr beschränkt und so wird derzeit versucht private Investoren für diese Projekt zu gewinnen.

Autor: Christian K.

Lakritzfan, Lakritzblogger, Lakritzverschenker, Lakritzsomelier und Herrscher des Lakritzplanten. Auch zu finden bei Twitter, Facebook und Google+.

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