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Wie Haribo sich den Abverkauf versüßt

Das Süßwarenhersteller nicht immer einfach nur süß sind, können wir uns ja denken.
Aktuell beweist HARIBO, wie man sich so richtig ins Auf schießen kann.

Immer mehr Unternehmen machen auf krumme Mitleidstour: Der Konsument soll kaufen, damit das Unternehmen spenden kann. Falls nicht, dann nicht!

Schon als kleiner Junge wurde Alfons froh gemacht, und zwar von Haribo. Solange er denken kann, bewegt der Spießer die Produkte von Hans Riegel im Munde, von der legendären Lakritz-Schnecke bis hin zu Gummibärchen, Lakritz-Konfekt und Salino. Getreu dem Slogan, der sich über Jahrzehnte als Ohrwurm verbreitet hat: „Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso.“

Doch damit ist nun Schluss. Haribo macht den Spießer nicht mehr froh. Weil Firmenchef Riegel sich als echter Geizkragen entpuppt hat, quasi als geistiger Verwandter von Dagobert Duck. Schlimmer noch: Haribo präsentiert sich in seiner Werbung als Unternehmen, das Gutes tut. Richtig ist aber, dass Haribo nur so tut als ob. Denn was diese Firma mit ihrer aktuellen Werbung wirklich treibt, das ist nicht Social Marketing, sondern das ist Schofel-Marketing.

Zur Erläuterung des Vorwurfs von Spießer Alfons: In einer halbseitigen Anzeige in der „Bild“-Zeitung ist zu lesen: „Zu Gunsten der Hilfsorganisation ‚Bild‘ hilft e. V. ‚Ein Herz für Kinder‘ setzt sich der Haribo Goldbär für bedürftige Kinder ein. Unter dem Motto ‚Der Goldbär hat ein Herz für Kinder‘ führt Haribo eine umfangreiche Spendenaktion durch.“

So weit, so schön. Dann aber kommt das dicke Ende: Haribo spendet nur für bedürftige Kinder, wenn wir Goldbären von Haribo kaufen. Dann nämlich wird pro verkaufter Packung ein Cent für bedürftige Kinder gezahlt. Wiederholung: ein Cent! Und am Schluss der Aktion, die bis zum 30. März 2010 läuft, gibt Haribo noch einen weiteren Cent pro Cent dazu. Was im Grunde nur besagt: zwei Cent pro verkaufter Packung. Das Ziel der Aktion ist laut Haribo ein Spendenaufkommen von 1 000 000 Euro. Was bedeutet: Wir müssen 50 000 000 (in Buchstaben: fünfzig Millionen) Packungen Goldbären kaufen. Und dann gibt Hans Riegel eine lächerliche Million Euro für die Image-Kampagne der „Bild“- Zeitung! Wobei Haribo die zwei Cent nicht nur für einen 75- Gramm-Beutel zahlt, sondern auch für eine 450-Gramm-Dose. Und wenn Haribo die Million an die „Bild“-Aktion überweist, bekommt das Unternehmen vermutlich sogar noch eine Spendenquittung.

Ja, und wenn das Ziel von 50 Millionen verkauften Einheiten nicht erreicht wird? Dazu werden „Bild“-Leser zu weiteren Spenden in bar animiert, damit Haribo eine Million spenden kann. Und Frau Hunziker und Herr Gottschalk strahlen in der Haribo-Reklame über alle Backen. Klar, sie bekommen ihr Honorar unabhängig vom Spendenaufkommen.

Die Idee ist nicht neu; viele Markenartikler gehen diesen schleimigen Weg der Spende nach Verkäufen. Des Spießers Frage an Haribo lautet: Warum gibt Herr Riegel keine Million Euro ohne Vorbedingung für einen guten Zweck? Warum müssen Haribo-Käufer erst Goldbärchen essen und auf diese Weise Vorkasse leisten, damit das Geld für bedürftige Kinder zusammenkommt …?

Im Geiste von Dagobert Duck aus Entenhausen: riesiger Umsatz, winzige Spende!

Im Geiste von Dagobert Duck aus Entenhausen: riesiger Umsatz, winzige Spende!

Quelle: www.horizont.net

Den aktuellen Spendenstand kann man hier nachsehen.

Autor: Christian K.

Lakritzfan, Lakritzblogger, Lakritzverschenker, Lakritzsomelier und Herrscher des Lakritzplanten. Auch zu finden bei Twitter, Facebook und Google+.

2 Kommentare

  1. Pingback: HARIBO und das Schwarzgeld. Ein Wirtschaftskrimi? «

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