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Sprachliches aus dem deutschen Sprachraum

  • 1350 schreibt Konrad Megenbergs in seinem ‚Buch der Natur‘:
    „Daz Himilprot wirt oft gevelschet mit Lakritzen, diu gepulvert ist.“
  • 1716 erscheint das Wort Lakritz erstmals im Neuhochdeutschen Wörterbuch. Hier werden auch u.a. Leckerzweig und Bärenkraut synonym gebraucht
  • Das Schwäbische Wörterbuch von 1904 weist als gebräuchlichen Ausdruck für den eingedickten Süßholzsaft „Bäredreck“ aus
  • Das Rheinische Wörterbuch von 1932 verwöhnt uns mit einem ausgesprochenem Linguistischen Schmankerl. In einer Feldstudie in 1535 Orten im Rheinland wurde festgestellt, das auch hier eine Menge verschiedener Bezeichnungen für Lakritz existieren
  • Hier eine Sammlung von Mundartausdrücken, die sich interessanterweise meist auf Farbe, Geschmack und/oder gesundheitliche Aspekte beziehen:

Lakritze, Lakrutze, Lakrips, Laritz, Karitz, Kritz, Zuckerkritz, Lakores, Kulitsch, Kalitsch, Klitsch, Zuckerklitsch, Litschekuchen, Bärendreck, Bärenschiss, Bärenzucker, Teufelsdreck, Hustenkuchen, Mohrkuchen, Holzkuchen, Zitz, Zitzelitz, Tropp/Dropp, Schwarztropp, Süßtröppel, Zuckerpech, Pechzucker, Saft, Süßsaft, Stimmes, Stimpes, Stimmkuchen, Stummkuchen

  • In den 60er Jahren wurde Pernod (wahrscheinlich wegen der Farbe) auch ‚Lakritzwasser‘ genannt
  • Im Frankfurter Wörterbuch taucht die Redensart „Tinnef mit Lakritz“ auf.
    Meint Gegenstände die unbrauchbar sind.
  • Im Hessischen heißt es: „Des bier i die reinst Lakrizzebrieh“
    Und meint eigentlich: „Das Bier ist eine fade süße Brühe und schmeckt überhaupt nicht“
  • Pharmakologisch wird es auch Radix Liquiritiae (Wurzel) oder Succus Liquiritiae (Extrakt = Lakritze) genannt.

Autor: Christian K.

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